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Revolut Metal vs. Wise Card – welche lohnt sich bei viel Reisen außerhalb der Eurozone?

Kategorie: Kreditkarten  ·  erstellt von Dennis W.  ·  17. Nov 2024, 13:33  ·  17 Antworten · 774 Aufrufe

Hey Leute, ich steh grad vor der Qual der Wahl und bin etwas überfordert 😅

Ich reise beruflich ca. 6-8x im Jahr ins Nicht-Euro-Ausland – meistens UK, USA, Japan, manchmal Südostasien. Dazu kommen noch 2-3 Privatreisen. Also insgesamt locker 10+ Trips, bei denen ich mit fremden Währungen hantieren muss. Aktuell hab ich noch die gute alte DKB-Visa, aber die macht seit dem Modellwechsel ja auch nicht mehr alles kostenlos. Nervig.

Jetzt hab ich Revolut Metal (15€/Monat) und die Wise Card (keine Monatsgebühr, aber Gebühren auf Abhebungen über ~260€ im Monat) in der engeren Wahl. Mein typischer Use-Case: Ich hebe im Monat vielleicht 2x Bargeld ab, so 200-400€ Gegenwert, und zahle sonst alles mit Karte. Umsatz im Ausland so 600-1000€ pro Monat im Schnitt über das Jahr gerechnet.

Was mich konkret interessiert:

  • Wie ist der Wechselkurs bei beiden wirklich? Revolut wirbt mit Interbank-Kurs, aber da war doch was mit Wochenende?
  • Bei Wise zahle ich 0,5-1,7% je nach Währung – ist das besser oder schlechter als Revolut unterm Strich?
  • Lohnt sich Metal bei meinem Nutzungsprofil oder ist das Geld raus?
  • Hat jemand beide mal parallel genutzt und kann echte Zahlen nennen?

Danke schonmal 🙏 Und ja, ich weiß, ich hätte das vor dem letzten Japan-Trip klären sollen 😂

— Buy high, sell lower – ich lerne noch 😅

Ich nutz die Wise Card seit ca. 2 Jahren für meine Kunden-Trips, hauptsächlich UK und USA. Kurz zum Wechselkurs: Wise nimmt den Mid-Market-Kurs (also echten Interbank-Kurs) und schlägt dann eine transparente Gebühr drauf – beim USD waren das zuletzt ca. 0,41%, beim GBP 0,38%, beim JPY 1,14%. Das kannst du vorher auf der Wise-Website genau nachschauen, bevor du überweist oder zahlst. Kein Rätselraten.

Revolut Metal hat beim Bezahlen an Werktagen auch den Interbank-Kurs ohne Aufschlag – aber am Wochenende kommen 1% Aufschlag dazu (bei exotischeren Währungen sogar bis 2%). Das ist der Haken, den viele vergessen. Wenn du oft freitags anreist und am Wochenende viel zahlst, kann das ins Gewicht fallen.

Bei deinem Profil (600-1000€/Monat Auslandsumsatz) würde ich einfach mal grob rechnen: 15€/Monat für Metal = 180€/Jahr. Das musst du durch günstigere Kurse vs. Wise erst mal reinholen. Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch ob sich das lohnt.

— Selbstständig heißt: selbst ständig Steuern optimieren.

@SelbstständigSilvia hat das gut zusammengefasst, ich ergänz noch den Abhebungs-Part:

Revolut Metal: 800€/Monat kostenlos abheben (danach 2%), weltweit an Geldautomaten. Klingt gut, aber: die 800€ gelten nur an Werktagen ohne Aufschlag, am Wochenende wieder +1%.

Wise: 2 Abhebungen oder 260€ pro Monat kostenlos, danach 1,75% + 0,50€ pro Vorgang. Für deine 200-400€ im Monat wärst du mit Wise also meistens knapp über der Grenze oder drüber – das kostet dann real ca. 2,50-4€ extra.

Bei Metal hingegen: komplett kostenlos bis 800€, kein Problem. Das ist tatsächlich ein Punkt wo Metal punktet, wenn du regelmäßig Bargeld brauchst. 😄

Aber 15€/Monat = 180€/Jahr nur für etwas mehr Komfort beim Abheben... ich weiß nicht. Kommt auf den Gesamtkontext an.

— Nebenkostenabrechnung ist der Endgegner 🧾

Ich trau Revolut grundsätzlich nicht so richtig. Die haben ne ziemlich bewegte Geschichte was Kontosperrungen angeht. Hab da von Leuten gehört die im Urlaub plötzlich keinen Zugriff mehr hatten weil der Algorithmus Transaktionen im Ausland als verdächtig markiert hat. Ausgerechnet im Urlaub, ha.

Wise ist da deutlich solider von der Regulierung her, die haben ne richtige Banklizenz in der EU (seit 2022 glaub ich). Für mich wär das allein schon ein Argument.

— Vertrau keinem Banker, der dir was verkaufen will.

Den Punkt von @SkeptischerSigurd find ich wichtig. Revolut hat inzwischen auch eine europäische Banklizenz (Litauen, seit 2021 aktiv), Einlagen sind bis 100k durch den litauischen Einlagensicherungsfonds geschützt. Das ist also nicht mehr der komplette Wilder-Westen-Status von früher.

Zur eigentlichen Frage: Ich würde das so durchrechnen für Dennis' Profil:

  • Angenommen 800€/Monat Auslandsumsatz, davon 300€ Bargeldabhebung
  • Wise: ~0,5% auf USD/GBP-Zahlungen = ca. 2,50€, Abhebungen über 260€ Freigrenze kosten ~0,70€ extra → rund 3-4€/Monat
  • Revolut Metal: 15€/Monat fix, dafür 0% Aufschlag an Werktagen

Selbst wenn Wise monatlich 5€ kostet, zahlt man im Jahr 60€ statt 180€. Der Break-Even für Metal liegt bei sehr hohem Umsatz, den Dennis nicht erreicht. Mein Fazit: Wise Standard reicht.

— Absichern kostet – Nicht-Absichern kostet mehr.
Zuletzt bearbeitet von Rudolf H. am 18. Nov 2024, 04:22 – Grund: Zahl korrigiert (Freigrenze Wise ist 260€, nicht 200€)

Ich hab beide Karten tatsächlich eine Weile parallel genutzt. Mein Eindruck: Wise ist für transparente, planbare Kosten besser. Du siehst vor jeder Transaktion genau was du zahlst. Revolut ist komfortabler in der App und hat mehr Features (Krypto, Aktien etc.), aber das klingt nicht wie dein Anwendungsfall.

Einen Punkt noch zu Japan speziell: Der JPY hat bei Wise einen höheren Aufschlag (~1,14% wie Silvia schrieb). Bei 400€ Japan-Ausgaben sind das ca. 4,50€. Nicht dramatisch, aber erwähnenswert.

— Spät gestartet, aber dafür ordentlich.

Warte mal kurz – hat hier jemand die Gebühren der normalen DKB-Karte verglichen? Die nehmen doch jetzt 1,75% Auslandsgebühr seit dem Relaunch, oder? Das wär ja der eigentliche Vergleichspunkt für Dennis 😂

Also selbst Wise mit seinen 0,4-1,1% ist günstiger als die neue DKB. Und Revolut Metal erst recht – wenn man viel reist rechtfertigt das die 15€ schon eher als wenn man einmal im Jahr nach Mallorca fährt 🌴

— Kleines Gehalt, große Träume 🥕

@MoppelMöhre_Martina ja genau das ist der Punkt, die DKB nervt mich gerade tierisch 😩 1,75% auf alles außerhalb Euro, das hab ich letzten Monat in den USA gemerkt – hab da so 600$ ausgegeben und dann halt nochmal 10€ Gebühren drauf. Blöd.

@RisikoRudolf_aus_RLP die Rechnung macht Sinn, danke! Also wenn ich das richtig versteh, muss ich quasi über 600-700€ reine Gebührenersparnis pro Jahr kommen um Metal zu rechtfertigen, und das schafft man mit meinem Volumen kaum?

— Buy high, sell lower – ich lerne noch 😅

Dennis, ich sag's mal so: 180€ im Jahr für eine Karte ist bei uns in Reutlingen schon fast ein Restaurantbesuch. Da überleg ich zweimal. 😄

Im Ernst: Bei deinem Umsatz von 600-1000€/Monat im Ausland und wenn wir mit 0,5% Wise-Gebühr rechnen (konservativ, weil du ja viel USD/GBP machst), biste bei ca. 3-5€/Monat Gesamtkosten mit Wise. Macht 36-60€ im Jahr. Versus 180€ für Metal. Das ist keine Frage, das ist Mathe.

Einzige Ausnahme: wenn du die Metal-Versicherungspakete (Reisekranken, Gepäck etc.) wirklich nutzt und dir das was erspart. Aber das sollte man separat bewerten und nicht einfach als Bonus reinrechnen.

— Schaffe, schaffe, Häusle baue – und ETFs kaufe.

Ohhh der Versicherungs-Punkt von Hans-Georg ist wichtig!! 🙋 Revolut Metal hat tatsächlich recht umfangreiche Reiseversicherungen drin – Krankenversicherung im Ausland, Reiserücktritt, sogar Handyversicherung. Wenn du das sonst separat buchst (was als Vielreisender Sinn macht), kann das die 15€ schon rechtfertigen.

Aber ich habs selbst nachgelesen: Die Deckungssummen bei Revolut Metal sind nicht mega üppig, besonders für Nicht-EU-Länder. Für USA z.B. würde ich mich auf die Revolut-Reisekrankenversicherung allein nicht verlassen – amerikanische Krankenhäuser sind kein Spaß. 😬

— Sparen kann auch Spaß machen – manchmal 😄

Ich nutz als Österreicher Wise seit Jahren und kann sagen: funktioniert tadellos, auch hier in AT. Aber mal eine ketzerische Frage an die Runde – hat eigentlich wer die Gebühren beim Geldautomaten in Japan konkret verglichen? Weil die lokalen Betreiber-Gebühren (die gehen separat) sind da teils 200-300 Yen pro Abhebung egal welche Karte. Das ist manchmal mehr als die Wechselkursgebühr selbst 😅

In Japan würd ich ohnehin empfehlen: weniger, dafür größere Abhebungen. 7-Eleven-Automaten (Seven Bank) sind da am günstigsten für Ausländer, die nehmen oft keine eigene Zusatzgebühr.

Ich frag mich ob Revolut Plus (6,99€) vielleicht die Mitte wäre? Hat glaub ich auch kostenlose Abhebungen bis 400€ und den Interbank-Kurs. Hab das aber nicht gecheckt, nur mal irgendwo gelesen.

— Rente mit 67 – da muss ich ja jetzt anfangen oder?

@AltersvorsorgeAnfänger_Axel Revolut Plus hat 200€ kostenloses Abheben pro Monat (nicht 400€, das ist Premium). Plus kostet 3,99€/Monat. Premium ist 7,99€ und hat 400€ Abhebung frei. Metal ist 15€ mit 800€ frei.

Für Dennis mit 200-400€ Abhebungsbedarf wäre Revolut Premium (7,99€) tatsächlich eine interessante Option – günstiger als Metal, trotzdem genug Abhebungsfreigrenze. Oder halt Wise, wo er für die meisten Monate unter der 260€ Grenze bleibt wenn er die Abhebungen aufteilt.

Ich würd's so machen: Wise als Hauptkarte, und einmal im Monat maximal 260€ abheben. Wenn mehr Bargeld nötig ist, zweite Abhebung in Kauf nehmen (kostet dann ~1,75% + 0,50€, also ca. 2-3€). Fertig. Kein Abo, keine Monatgebühr.

— Nebenkostenabrechnung ist der Endgegner 🧾

Ich bin eigentlich kein Reise-Experte aber ich hab letztes Jahr zum ersten Mal die Wise-Karte in Thailand und Vietnam benutzt und war ehrlich gesagt überrascht wie smooth das lief 🙌 Kurs war fair, App zeigt alles transparent, kein böses Erwachen beim Blick aufs Konto danach.

Was ich noch nicht sehe in der Diskussion: Hat jemand Erfahrung mit dem Wise-Konto als Empfangskonto? Dennis schreibt er reist beruflich – wenn er z.B. mal Erstattungen in USD oder GBP bekommt, kann er bei Wise lokale Kontonummern in verschiedenen Währungen haben. Das ist praktisch wenn Arbeitgeber/Kunden im Ausland sitzen. Revolut kann das auch, aber Wise ist da traditionell stärker aufgestellt.

— Ich lerne noch – aber ich lerne schnell 😊

Ich möchte nochmal auf einen Punkt zurückkommen den ich hier noch nicht klar genug gesagt sehe: Revolut Metal lohnt sich für Dennis nicht, und das lässt sich klar beziffern.

Bei 800€ Auslandsumsatz/Monat und angenommenen durchschnittlich 0,6% Wise-Gebühr (Mischung aus USD, GBP, JPY) = 4,80€/Monat = 57,60€/Jahr.
Revolut Metal: 180€/Jahr.
Differenz: 122,40€/Jahr zugunsten Wise.

Damit Metal sich rentiert, müsste Dennis entweder a) erheblich mehr Umsatz machen, b) die Zusatzleistungen (Versicherungen, Lounge-Zugang etc.) aktiv nutzen oder c) sehr regelmäßig viel Bargeld abheben. Punkt c) ist mit Premium (7,99€) auch abgedeckt.

Mein Urteil: Wise als Hauptkarte, fertig. 💰

— Kleine Zinsen besser als gar keine 💰
Zuletzt bearbeitet von Tanja B. am 01. Jan 2025, 19:54 – Grund: Rechenbeispiel präzisiert

Aus Schweizer Perspektive kurz: Ich nutze Wise primär weil der CHF bei Revolut als "exotisch" gilt und da 1,5-2% Aufschlag anfallen können. Wise ist bei CHF viel fairer. Für Nicht-Schweizer weniger relevant, aber zeigt dass Revolut bei weniger gehandelten Währungen deutlich teurer wird.

Für Dennis: USD, GBP und JPY sind bei Revolut zwar die "Hauptwährungen" – aber JPY hatte ich schon Situationen wo der Kurs am Wochenende merklich schlechter war. Wer viel in Japan reist und oft am Wochenende zahlt, sollte das einkalkulieren. 🐷

— Franken statt Euros, Probleme trotzdem ähnlich 🐷

ich versteh das alles net so ganz aber meine tochter hat revolut und die is immer happy damit 😄 sie fährt viel nach plen und so, sagst das funktioniert da auh gut? oder ist PLN auch so eine "exotische" währung wo das teurer wird

Girokonto_Gabi_Gera schrieb:ist PLN auch so eine "exotische" währung wo das teurer wird

PLN (polnischer Zloty) ist bei Revolut eine der unterstützten Hauptwährungen, da fällt kein Extra-Aufschlag an – auch nicht am Wochenende, weil Polen in der EU ist und der Zloty gut gehandelt wird. Da ist Revolut völlig in Ordnung. Für Polen-Trips ist ehrlich gesagt selbst eine normale N26- oder C24-Karte problemlos nutzbar.

Aber Gabi, sag deiner Tochter: sie soll trotzdem immer in Lokalwährung bezahlen, nie in Euro wenn der Automat oder das Terminal fragt. Das "Dynamic Currency Conversion" ist eine Abzocke bei jedem Anbieter. 😉

— Selbstständig heißt: selbst ständig Steuern optimieren.
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